Sind unsere Medien falsch abgebogen?
Ja, Donald Trump beeinflusst die Weltpolitik. Das steht außer Frage.
Aber die Frage ist doch: Gibt es in Deutschland und Europa wirklich nichts Wichtigeres zu berichten?
Industriepolitik, Energiepreise, Bildung, Digitalisierung, Verwaltungsreformen, Deutschland vor der Wahl, geopolitische Verschiebungen – all das wirkt medial oft nachrangig. Stattdessen dominiert ein Akteur, der das Prinzip „flood the zone“ perfektioniert hat.
Fällt unsere Presse darauf herein?
Oder ist sie inzwischen selbst abhängig von der Aufmerksamkeitsökonomie, die Trump so virtuos bedient – weil Empörung, Zuspitzung, Beleidigungen und Personalisierung verlässlich Klicks bringen?
Ich halte das für eine ernsthafte Frage an den Journalismus:
Agenda-Setting oder Reichweiten-Reflex?
Und was bedeutet das langfristig für eine informierte öffentliche Debatte in Europa?
Mich interessiert eure Einschätzung.
DER SPIEGEL Tagesschau ntvNachrichten