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Seit Jahren trage ich eine Idee mit mir herum, die ich immer wieder aufgeschoben…

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Seit Jahren trage ich eine Idee mit mir herum, die ich immer wieder aufgeschoben habe: ein Papier zu schreiben, das für ein europäisches "Digital-Airbus"-Konsortium wirbt. In den letzten Wochen habe ich die Idee endlich niedergeschrieben – und festgestellt, dass ich mit der Idee nicht alleine bin.

Ich habe Flugzeugbau mit Vertiefung Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Airbus war für mich nie ein abstraktes Fallbeispiel, sondern eine gelebte Ingenieurskultur – wie viel politischer Wille nötig war, damit aus einem französisch-deutschen Zweckbündnis von 1970 binnen weniger Jahrzehnten ein gleichwertiger Konkurrent von Boeing wurde. Mein beruflicher Weg führte mich über die Raumfahrtindustrie, eine eigene E-Commerce-Agentur und elf Jahre kommunale IT-Führung in Baden-Württemberg bis in die Beratung. In all diesen Jahren habe ich gesehen, wie viel europäische digitale Substanz vorhanden ist – und wie sehr sie an derselben fehlenden Bündelung scheitert, die auch die Luftfahrtindustrie vor 1970 lähmte.

Der Draghi-Bericht beziffert Europas Abhängigkeit bei digitalen Produkten und Diensten auf über 80 Prozent. Europäische Cloud-Anbieter kommen trotz versechsfachtem Marktvolumen nur auf 15 Prozent Marktanteil. Das kostet europäische Unternehmen laut Cigref/Asterès rund 140 Milliarden Euro jährlich.

Verschiebt Europa gezielt zehn Prozent der jährlichen Cloud- und Software-Ausgaben bei US-Konzernen – als Nachfrageszenario rund 26 bis 33 Milliarden Euro potenziell adressierbarer Umsatz, nicht als fixer Finanzierungsbedarf – zugunsten eines Airbus-ähnlichen Konsortiums, lässt sich die Abhängigkeit spürbar verringern.

Daher ein Appell an die EU-Politik:
Einen Vorschlag für ein echtes europäisches Digital-Konsortium vorzulegen, das viele laufende Aktivitäten (GAIA-X, IPCEI-CIS, ZenDiS, Sovereign Tech Fund) bündelt.

Parlament und Rat beschließen eine verbindliche, mehrjährige Finanzierungslinie ab 2028.

Die Mitgliedstaaten bringen nationale Initiativen wie den Deutschland-Stack und Frankreichs "La Suite" als Bausteine ein.

Die öffentliche Beschaffung stellt rechtssichere Anforderungen an Portabilität und Sicherheit – ein Bundestags-Gutachten bestätigt: sachlich begründete Bevorzugung offener Lösungen ist vergaberechtlich zulässig.

Ein transparentes, vom Europäischen Rechnungshof geprüftes Berichtswesen vermeidet die aus Galileo und ITER bekannten Governance-Fehler.

Europa hat mit Airbus bewiesen, dass es aus fragmentierter nationaler Kompetenz einen Weltmarktführer formen kann. Entscheidend ist nicht die Verfügbarkeit von Ressourcen, sondern der politische Wille, sie zu bündeln.

Das politische Impulspapier mit dem vollständigen Appell findet ihr im Anhang. Ein ausführliches Strategiepapier mit Herleitung, Governance-Modell und Phasenplan gibt es zusätzlich – gerne auf Anfrage.

Ich freue mich über jede Diskussion, zustimmend wie kritisch.
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Andreas PelznerLinkedIn-Beitrag · 2 Wochen