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Drei intensive Tage Ausbildung zum Business Continuity Manager (DGI Deutsche…

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Drei intensive Tage Ausbildung zum Business Continuity Manager (DGI Deutsche Gesellschaft für Informationssicherheit AG ) liegen hinter mir – und es hat sich gelohnt.

Die Schulung von Sollence war nicht nur ein Deep-Dive in ISO 22301, ISO 27031 und den BSI-Standard 200-4, sondern vor allem ein Blick auf die Praxis: Wie baue ich ein wirksames, belastbares und zertifizierungsfähiges BCMS auf?

Hier meine wichtigsten Learnings:

🔹 1. Business Continuity ist Chefsache — und Organisationssache

Ein BCMS funktioniert nur, wenn die oberste Leitung Verantwortung übernimmt, Governance schafft und Ressourcen bereitstellt. Die Rolle des Business Continuity Managers ist klar als Stabsfunktion gedacht — mit Mandat, Rechenschaftspflicht und direktem Zugang zur Führungsebene.

🔹 2. Ohne Verständnis der Geschäftsprozesse gibt es kein BCMS

Ein großer Schwerpunkt lag auf der strukturierten Erfassung der Geschäftsprozesse:
• Kernprozesse
• Teilprozesse
• vorgelagerte und nachgelagerte Prozessschritte
• Abhängigkeiten zu Anwendungen, Daten, Räumen, Infrastruktur usw.

Nur wer seinen Informationsverbund kennt, kann BCM wirklich betreiben. (z. B. die Verknüpfungstabellen und CMDB-Beispiele in der Präsentation).

🔹 3. BCM ist kein Teil des ISMS – sondern ein eigenes Managementsystem

Das Training hat klar gezeigt: BCM ≠ ISMS.
Aber: Die Synergien sind groß — von PDCA über Dokumentenlenkung bis zur gemeinsamen Risikoanalyse.

Besonders spannend war der Vergleich der Eskalationsstufen (Störung → Notfall → Krise → Katastrophe) über BCMS, ISMS und ITIL hinweg.

🔹 4. Gesetzliche Anforderungen treiben BCM massiv

NIS2, KRITIS-DachG, DORA, CRA, AI Act – die EU zieht die Anforderungen zur operativen Resilienz deutlich an. BCM wird damit nicht zum „Nice to have“, sondern zur Compliance-Pflicht.

Die Ausbildung macht sehr klar: Ohne ein strukturiertes BCMS sind künftige Anforderungen und das Wiederanfahren von Geschäftsprozessen nicht erfüllbar.

🔹 5. Der Aufbau eines BCMS ist ein mehrstufiges Projekt

Von der Strategie über die Organisation bis zum Übungsprogramm wurde der komplette Lifecycle vermittelt:
• BC-Strategie entwickeln
• Scope & Kontext festlegen
• BIA & Risikoanalyse
• BCM-Maßnahmen & Notfallpläne
• Übungen, Tests, Reviews
• kontinuierliche Verbesserung

Der BC-Manager wird damit zum Navigator durch Krisen und Unsicherheiten — und sorgt für die Wiederherstellbarkeit der kritischen Geschäftsaktivitäten.

🔹 Mein persönliches Fazit

Die Ausbildung liefert tiefe inhaltliche Substanz und zeigt, dass Business Continuity weit mehr ist als „Notfallordner & IT-Wiederanlauf“.

Es ist ein strategisches Führungsinstrument, um Organisationen widerstandsfähig zu machen, Risiken transparent zu managen und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Ich kann die Ausbildung daher jedem ans Herz legen.

Danke an Andreas Altena, Angelika Müller, Ronny Neid.

Andreas PelznerLinkedIn-Beitrag · 8 Monate • Bearbeitet